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Chronik

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Wo schon vor 1250 Jahren Wein angebaut wurde

Im Jahre 755 gelangte die Abtei Fulda durch eine Schenkung zu Grundbesitz, vor allem Weinberge, die "in Marcu Bodobigrinse ultra Rhenum ad Castrionis" gelegen waren. Mit diesem lateinischen "ad Castrionis" wird Kestert erstmals urkundlich erwähnt. Sowohl der Name, als auch die im letzten Jahrhundert am Kirchköppel aufgefundenen römischen Münzen und Mauerreste machen eine Ortsgründung, vielleicht in Gestalt eines römischen Vorpostens auf dem rechten Rheinufer, in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung wahrscheinlich.

Als "Kestene" begegnete uns der Ort wieder im Jahre 1110. Erzbischof Bruno von Trier schenkte damals dem Hospital in Koblenz vier Kesterter Weinberge. Wenig später, nämlich 1149, hatte die Propstei Hirzenach den "curtis (Hof) Overkestre" erworben, und damit seine rechtsrheinischen Güter wieder um einiges vermehren können.
Das 755 "marcu Bodobigrinse" genannte Gebiet, zu dem auch Kestert zählte, wurde lange als "Bopparder Reich" bezeichnet, da es keinem Territorium , sondern unmittelbar der Oberhoheit des Reiches unterstand. Doch am 29. September 1327 war es damit zu Ende. Das "Bopparder Reich" mußte sich dem Trierer Kurfürsten unterwerfen, dessen Nachfolger bis 1803 die Landeshoheit besaßen.

Prozession



Schon 755 wurde in Kestert Wein angebaut. Noch im 17. Jahrhundert war es üblich, eine Prozession um die Weinberge zu unternehmen, wobei das Allerheiligste mitgetragen wurde.


Zur gleichen Zeit änderten sich auch die kirchlichen Verhältnisse. Gehörten sie bisher zur Großpfarrei Boppard, so bildeten nun beide Kestert, Prath und Dahlheim eine eigenständige Pfarrei mit Sitz in Dahlheim. Das alte Kesterter Gotteshaus auf dem Kirchköppel soll aus den Steinen eines heidnischen Tempels erbaut gewesen sein, und war einer Pfarrstelle wohl nicht würdig. 1437 fiel diese alte Kirche samt einigen Wohnhäusern einem Brand zum Opfer, worauf Erzbischof Rabanus zu der bewährten kirchlichen Finanzierungsmethode der Zeit griff, und einen 40-tägigen Ablaß zur Wiederherstellung der Kirche gewährte. So konnte sich die kleine Gemeinde Kestert, die 1498 nur 24 Feuerstätten zählte, bald an einer neuen Kirche mit einem Jodocusaltar und dem Hauptaltar vom hl. Sankt Georg erbauten. Dennoch stellte Erzbischof Johann 1471 fest, daß Dahlheim die Mutterkirche, und in Kestert nur an jedem dritten Sonntag die Messe zu lesen sei. Erst im Jahre 1580 wurde der Pfarrsitz verlegt, als der Erzbischof dem Gerhard Nettesheim die "pastoria" in Kestert verlieh. 1778/79 erbaute man die heutige St. Georg Kirche, die 1955/56 erweitert, und unter Entfernung der barocken Ausstattung modernisiert wurde.

hl. Georg

Von jeher war die Kirche in Kestert dem hl. Georg geweiht. Bei der Konsekration des Altars 1780 wurden ihm Reliquien "ex assibus S. Georgii" beigefügt.



Im Dreißigjährigen Krieg brannte das Kesterter Pfarrhaus ab, während das 1505 erbaute Rathaus am Rheinufer die stürmischen Zeiten überstand. Noch 1682 wurde der Zustand des Pfarrhauses als "schadhaft" bezeichnet, und die Sendschöffen (Pfarrgemeinderäte) versprachen, jedes Jahr etwas zu reparieren zu wollen. Aus einem Visitationsprotokoll jenes Jahres ist zu erfahren, daß nur noch 22 Familien in Nieder- und 10 Familien in Oberkestert wohnten, die Hebamme in Prath wohnte, der Friedhof gut abgeschlossen war, und eine jährliche Prozession mit dem Allerheiligsten um die Weinberge stattfand. Auch die erste Nachricht über die Kesterter Schule entstammte diesem Protokoll. Der Küster und Lehrer Jakob Arzheim unterrichtete im März sieben Schüler, während es im Winter noch acht gewesen waren. Im Jahre 1744 hatte sich die Schülerzahl auf 27 erhöht.

Das 19. Jahrhundert brachte der Gemeinde Kestert ein rasantes Wachstum. Zählte man 1808 noch 382 Einwohner, waren 1895 bereits 955 in 151 Häusern registriert. Daß man schon 1833 mit der Pflasterung der Ortsstraßen begann, und 1844 das mittelalterliche Rathaus neben der Schule durch einen Neubau ersetzte, kann durchaus als Zeichen eines bescheidenen Wohlstandes gewertet werden. Wirtschaftliche Grundlage war der schon lange bedeutende Weinbau. Neue Arbeitsmöglichkeiten eröffneten zudem der Betrieb der Eisenbahn seit 1862 und vor allem das Aufblühen der Rheinschifffahrt. Noch aus der Mitte unseres Jahrhunderts wird berichtet, daß man in den Häfen und Liegeplätzen des ganzen Rheins immer auf einen Schiffmann aus Kestert treffen konnte. Und Kesterter Proviantboote ermöglichten den Schiffern die Ergänzung ihrer Lebensmittelvorräte ohne Fahrtunterbrechung. Der 1921 gegründete Schifferverein setzte seinem Berufsstand mit der Errichtung des Schiffermastes am Rhein ein bleibendes Denkmal.


Schiffe

Neben dem Weinbau spielte auch die Schiffahrt eine große Rolle. Von hier versorgten Proviantboote die Schiffer, und Kesterter Fahrensleute waren überall auf dem Rhein anzutreffen.



Im letzen Jahrhundert führten gravierende Reblausschäden zur Umwandlung zahlreicher Weinberge in Obstplantagen. Dabei entwickelte sich der Anbau von Kirschen zum einträglichen Geschäft. Mit Sonderzügen wurden sie bis an den Niederrhein "exportiert". Eine Aprikosensorte wurde sogar unter dem Namen "Kesterter Schafsnas" bekannt.

Doch traditionelle Erwerbszweige spielen heute kaum mehr eine Rolle. Seit 1982 ist Kestert anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde. Die Verschönerung des Ortsbildes im Rahmen der Dorferneuerung und Angebote der Gastronomie tragen dem Rechnung. Ein reges Vereinsleben prägt das kulturelle und gesellschaftliche Geschehen. Dazu gehören auch die alljährlichen Nachbarschaftstage. Getreu dem Motto "Heg niemals Haß und Neid, sei hilfsbereit in Freud und Leid" pflegen die drei Nachbarschaften in Kestert noch heute ein Brauchtum, das in den Notzeiten des 17. Jahrhunderts wurzelt.