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Chronik

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"Es ist ein sehr ansehnliches großes Dorf"

Die Entstehung des Ortes Bornich oder "Bornacho", wie er in der ersten zuverlässigen Urkunde von 1138 genannt wird, wurde von der Ortsnamenskunde in vordeutscher, römischer Zeit vermutet. Eine Bestätigung dafür mag der Fund einer Bronzefibel aus dem 2. Jahrhundert n Chr. sein. Sie wurde bei Pflugarbeiten in Ortsnähe geborgen. Schon in der Merowingerzeit, im 7. Jahrhundert, soll das Trierer Kloster Oeren in Bornich begütert gewesen sein. In diesem Besitz, dem des Klosters Prüm und der Arnsteiner Grafen, liegen wohl die Wurzeln der Landeshoheit der Grafen von Isenburg über Bornich, so daß Ludwig den Ort samt den umliegenden Besitzungen 1276/77 seiner Tochter Irmgard als Mitgift versprechen konnte.

Pfarrer



Der Bornicher Pfarrer wurde wegen seines Giftmordversuchs an Gräfin Anna von Katzenelnbogen 1474 in Köln verbrannt.


Zu jener Zeit war "Burniche" Hauptort des Gerichts, das bis 1324 auch für St. Goarshausen, Patersberg und Offenthal zuständig war. Erst 1521 richteten die hessischen Landgrafen für Ihr "Bornig" wieder ein "Selbständig Gericht" ein, das bis zum Übergang an das Herzogtum Nassau 1861 Bestand hatte.

Doch zunächst kam Irmgard 1284 unter die Haube und mit Ihr das Kirchspiel Bornich an den Grafen Wilhelm von Katzenelnbogen, der damit seiner Niedergrafschaft das wichtige Verbindungsstück zwischen dem Besitz auf dem Einrich und der Residenz Rheinfels hinzufügen konnte. Mit dem Ausbau der katzenelnbogischen Position am Mittelrhein durch die Burgen Reichenberg und Katz verlor Bornich zunehmend an Bedeutung. In die "Schlagzeilen" geriet der Ort dennoch. 1474 wurde der Bornicher Priester in Köln zum Tode auf dem Scheiterhaufen verurteilt. Er hatte einen Vergiftungsversuch an Anna, der zweiten Frau Phillips d. Älteren gestanden. Zu dieser ruchlosen Tat sei er gekauft worden, um einer Tochter Phillips erster Ehe das Katzenelnbogener Erbe zu erhalten. Anna überlebte den Anschlag, und als Phillip fünf Jahre später nach seiner kinderlosen Ehe starb, erwies sich die Tat des Bornicher Priesters nicht nur erfolglos, sondern auch noch als zwecklos. Die Niedergrafschaft gelangte nun an den Landgrafen von Hessen-Kassel. Dieser schlug wenig später in Bornich sein Hauptquartier auf, als er im Rahmen des Pfälzisch-Bayerischen Erbfolgekrieges Kaub belagerte, und nebenbei Weisel und beide Dörscheid niederbrennen ließ.

Am 20.Oktober 1518 ereilte Bornich das gleiche Schicksal. In Folge einer Plünderung durch Franz von Sickingen und Phillip von Schwarzenberg brannte das ganze Dorf mitsamt der Kirche ab. Die beiden Herren trugen auf diese Weise ihre Fehde mit dem Landgrafen Phillip von Hessen um einen privaten Rechtsstreit aus.

Bereits 1522 ließ man wieder neue Glocken gießen. Auch der Wiederaufbau der Kirche schritt wohl zügig voran, denn nachdem Phillip der Großmütige 1527 die Reformation in der Niedergrafschaft eingeführt worden hatte, vermerkt ein Bornicher Chronist, daß "durch Gottes Gnade die evangelische Religion in dieser Kirche eingesegnet worden und der sündlich Anlaß aus dieser Kirche abgetan wurde". Doch sollten sich die frischgebackenen Protestanten nicht lange ihrer neuen Kirche erfreuen. Zwar widerstand sie mit zwölf weiteren Häusern der großen, durch Brandstifter entstandenen Feuersbrunst vom 19. März 1556, doch kaum drei Jahre später, am 2. März 1559, stand das Dorf erneut in Flammen. Zwei Erwachsene, 14 Kinder und 200 Stück Vieh fielen den Flammen zum Opfer, die Kirche und alle Gebäude, mit Ausnahme von drei steinernen Häusern, brannten ab. Als Brandstifter in beiden Fällen wurde ein Konrad Mobach aus Patersberg dingfest gemacht. Man stellte ihn in Oberwesel vor Gericht, wo er mit glühenden Zangen "gepetzt" und schließlich verbrannt wurde.

Scheune


Der noch heute in Teilen erhaltene Scheunenring entstand nach den Dorfbränden von 1556 und 1559, als Scheunen nur noch außerhalb des alten Grabens gebaut werden durften.

 

 

Um künftigen Bränden vorzubeugen, wurde für den Wiederaufbauvon der Herrschaft angeordnet, daß alle Scheunen außerhalb des alten Grabens zu erbauen seien. So entstand der bis heute in Resten erhaltene Scheunenring um Bornich. Innerhalb des Grabens, der alten Ortsbefestigung, die bereits 1395 erwähnt wird und auch in den "Landtafeln" des Kartographen Wilhelm Dillich von 1608 nicht fehlt, wuchs ein neues Bornich.

1571 wurde ein neues Rathaus errichtet. Es überstand den Brand 1590, der "nur noch" ein Viertel des Dorfes in Asche legte, überstand den Dreißigjährigen Krieg und alle anderen Schicksalsstürme, bis es 1955 wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

Brunnen

 

Ziehbrunnen und Pumpen hat man im Bornicher Ortsbild erhalten, obwohl die zentrale Wasserversorgung schon lange ihre Rolle übernommen hat.

 

 

Bornich gehörte schon immer zu den größten Gemeinden der Gegend. 1577 zählte man 82 Haushalte, selbst nach den Verhehrungen des Dreißigjährigen Krieges waren neben Pfarrhaus, Schulhaus, Rathaus, Hirtenhaus und vier Mühlen noch 58 Häuser bewohnt. Die Landwirtschaft ernährte von jeher ihren Mann, und die Größe des Dorfes war eine gute Grundlage für die Existenz eines vielfältigen örtlichen Handwerks und Gewerbes. 1789 standen den 84 Landwirten 33 Handwerker gegenüber, bei insgesamt 740 Einwohnern. Zur gleichen Zeit zählte St. Goarshausen lediglich 411 Seelen. Die Einwohnerzahl Bornichs weist seitdem beständig nach oben: 813 (1827), 948 (1846), 989 (1871), 1052 (1950). Mit über 1200 Einwohnern ist es heute die größte Landgemeinde im Bereich der Verbandsgemeinde Loreley.

Vor 200 Jahren hieß es von Bornich "es ist ein sehr ansehnliches großes Dorf ", obwohl die Bauart der Häuser es nicht ansehlich macht. Das haben die Bornicher zu ändern gewußt. Die seit 1977 konsequent betriebene Dorferneuerung hat ein schmuckes Ortsbild entstehen lassen, was sich positiv auf den Wohnwert ausgewirkt hat. Die rege Bautätigkeit beweist es. Wegen fehlender ortsnaher Arbeitsplätze pendelt eine große Zahl der Erwerbstätigen nach auswärts. Die früher dominierende Landwirtschaft wird überwiegend als Nebenerwerb betrieben. Ähnlich ist die Lage im Weinbau, der in Bornich bis ins Jahr 1245 zurückverfolgt werden kann. Häufige wirtschaftliche Rückschläge veranlaßten die Winzer bereits 1934, sich zu einer Genossenschaft zusammenzuschließen. Der Bau des Winzerkellers und die Durchführung der Weinbergsflurbereinigung waren existenzsichernd für die Gemeinde. Durch die Vermarktung des Bornicher "Rothenack" und "Loreley Edel" über die "Winzergenossenschaft Loreley Bornich e.G." konnte man den guten Ruf als Weinbaugemeinde im heimischen Raum behaupten. So trägt Bornich mit einiger Berechtigung St. Urban im Wappen - den Schutzpatron der Winzer.